Das klassische Streichquartett

Die Wurzeln des klassischen Streichquartetts sind mannigfaltig und lassen sich in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zurückführen. Als Vater des klassischen Streichquartetts kann Joseph Haydn bezeichnet werden, der wesentlich zur Herausbildung und Standardisierung dieser Kunstgattung beigetragen hat. Die ersten diesbezüglichen Werke Haydns sind noch mit einem "Basso" komponiert, fünfsätzig und im Stil eines Divertimentos gehalten. Um 1770 setzt sich ab op. 9 der aus vier Sätzen bestehende Aufbau durch. Die Besetzung des Ensembles erhält mit 2 Violinen, einer Viola und einem Violoncello ihre endgültige Form. Charakteristisch für das Streichquartett ist die gleichberechtigte Behandlung aller vier Stimmen, die sich aufeinander beziehen - gleichsam miteinander kommunizieren. Fasziniert vom Werk Haydns widmete Wolfgang Amadeus Mozart diesem 6 Streichquartette.

Einen Höhepunkt in der Entwicklung des klassischen Streichquartetts stellt das Spätwerk Ludwig van Beethovens dar. Weitere in Wien wirkende Meister dieses Faches waren u.a. Franz Schubert, Johannes Brahms und Robert Schumann. Nationale Ausformungen des Streichquartetts entstanden vor allem in Russland (Tschaikowski, Rimskij-Korsakow, Rubinstein, Schostakowitsch) und Böhmen (Dvorak, Smetana). Neben Edward Grieg, Zoltán Kodály und Béla Bartók beschäftigte sich auch die 2. Wiener Schule, die Protagonisten der Zwölftonmusik Arnold Schönberg, Alban Berg und Anton von Webern mit dieser Kunstgattung. Das Streichquartett ist bis zum heutigen Tag sehr geschätzt und erfreut sich ungebrochener Beliebtheit.